Das Kreuz im Mittelpunkt

Matthiaskapelle mit Altar in der Mitte

Matthiaskapelle mit Altar und Kreuz in der Mitte

Vor ein paar Tagen waren wir in Kobern-Gondorf, um – bei traumhaftem Wetter – den dortigen Kreuzweg hochzukraxeln. Die Burgruine am Weg ist für unsere Kids immer einen Abstecher wert und anhand der Kreuzwegstationen kann man gemeinsam die Karfreitags-Story durchsprechen.

Als ich am Ende (und ganz oben auf dem Berg) aus dem gleißenden Sonnenlicht in den kühlen Schatten der alten, als sechseckiger Rundbau ausgeführten mittelalterlichen Matthiaskapelle trat, fiel mir der Altar mit dem Kreuz auf, der in der Mitte der Kapelle steht. Ich musste an den letzten SPOTLIGHT-Gottesdienst im Januar denken, als wir das große Kreuz in die Mitte stellten, alle Stühle drumherum gruppierten und uns dabei enorm innovativ vorkamen.

SPOTLIGHT-Gottesdienst im Januar 2012

SPOTLIGHT-Gottesdienst im Januar 2012

Schlagartig wurde mir bewusst, dass wir in einer annähernd 2000 Jahre alten Geschichte nur eine aktuelle Episode sind. In dieser alten Kapelle scharten sich die Menschen schon im Mittelalter rund um den Altar mit dem Kreuz, und dort stand jemand, der über den sprach, der da am Kreuz hängt. Den Blick nach oben gewandt, hinauf in die lichtdurchflutete, hoch aufstrebende Kuppel. Der Blick erinnerte mich an Stephanus, der bei seiner Steinigung die letzten Worte von sich gibt: „Ich sehe den Himmel offen…“.

So ganz innovativ waren wir im Januar also doch nicht, oder, wie Salomo das mal ausdrückte (Pred. 1,9): Es gibt nichts Neues unter der Sonne…
Trotzdem war es unbenommen eine tolle Erfahrung, nicht alle in dieselbe Richtung auf eine Bühne zu starren, sondern sich gegenseitig ansehen zu können – durch das Kreuz hindurch. Das Kreuz in den Mittelpunkt zu stellen, ist offenbar eine uralte, aber trotzdem gute Idee. Auch im übertragenen Sinn (der sich ja geradezu aufdrängt…).

Beim letzten Treffen des GBK-Teams saßen Vertreter von drei weiteren Gemeinden mit am Tisch. „Gott bewegt Koblenz“ wird weiter wachsen. Damit bleibt auch die Zusammenarbeit über Grenzen und Vorstellungen hinaus weiter spannend und herausfordernd. – Solange das Kreuz im Zentrum steht, bin ich sicher, dass wir gemeinsam auf einem guten Weg sind!

P.S.: Falls ihr diese kurze Wanderung auch mal machen wollt: der Serpentinenpfad beginnt unten am Mühltal, Parkplätze sind direkt am Wegeingang. [Link zu GoogleMaps]. 🙂